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Rudi Holdhaus "1984-2004" in der Galerie Fichtegasse
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Dauer der Ausstellung: 21. Oktober - 17. November 2004,
Mo-Fr: 14.00 - 19.00 Uhr
Kunst ist die humanste art aufzuzeigen.
Wir
leben in einer Gesellschaft der glatten Oberfläch(lichkeit)en.
Ein glattes Leben, mit glatten Freundschaften, glatten
Materialien und glatten Wünschen. Niemand wagt es
die obersten Schichten abzukratzen. Man könnte ja
auf etwas stoßen, das man nicht versteht oder verstehen
will. Die Kunst hat den Auftrag an der Oberfläche
zu kratzen - das bringt Rudi Holdhaus durch seine Arbeit
und seine Technik zum Ausdruck.
TITANIC,
Die toten Augen der Indianer, Die Küsser von Wien,
oder Golden Peaks Worldwide - die Vergoldung von Bergspitzen
zum Schutze des Wassers, sind Zyklen und Projekte, die
unsere Gesellschaft kritisch betrachten.
Rudi Holdhaus mahnt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern
zeigt auf, mit seiner ganz eigenständigen und holdhaustypischen
art.
Es ist die positive Umsetzung seiner nichtplakativen Kritik
an den Menschen, die seinen Betrachter zwingt, sich mit
dem Bild und seiner Botschaft auseinanderzusetzen - an
der Oberfläche zu kratzen.
FLOWER
POWER 2003 ist den Kindern in allen Krisenherden unserer
Welt gewidmet. Pastellige Frauen mit Blumen symbolisieren
den Schrei nach Frieden. Nur die Titel der Bilder lassen
die Botschaft erkennen: 40 Kriegsschauplätze für
40 Bilder.
Die
Ausstellung "1980-2004" zeigt Auszüge des
Schaffens von Rudi Holdhaus.
Wie
Rudi Holdhaus die ausgestellten Zyklen selbst beschreibt:
1967
- 2003 flower power
das
erste flower-power bild malte ich 1967.
es wurde ein poster für ein wiener undergroundlokal.
krieg gab es immer irgendwo, in europa, seit ich lebte,
nie.
1991 jugoslawien griff zu den waffen - ich zu den farben,
2003 der irakkrieg - weltweite betroffenheit. schweigen
über die anderen kriegsschauplätze. bei 40 hörte
ich auf zu zählen.
2004 die seelenkannibalen
man glaubt zu glauben, dass von geburt an jeder eine seele
hat
die sich im laufe des lebens festigt und mit dem körper
eins bleibt - bis zum tod.
jedoch verändert sich die seele durch drogen, alkohol,
liebe, trauer, glauben,
.
und man wird selbst zum seelenkannibalen, der, ohne es
zu wissen, anderen leid zufügt.
1995
die toten augen der indianer
das
kreuz, symbol der christen macht sich auf den weg neue
welten, gold und seelen zu erobern.
mit goldenem kreuz & eisernen waffen morden im namen
christi, europäer aller schichten und klassen, ureinwohner
amerikas für gold und land.
keine entschuldigung, das drama hält an.
die ureinwohner genannt indianer sandeln in reservaten
umher, spielen indianer in filmen - spielen sterben -
für neue symbole.
der stolz und der glaube an die sonne, die spenderin des
lebens, sind gebrochen - wie die augen der indianer.
1996 die küsser von wien
lügner-
betrüger - geschäftemacher - ehrenwerte-künstler-präsidenten
u.s.w. machen gesellschaft, küssen zur bruderschaft,
versprechen und vergessen, lassen sich ablichten.
dieser bilderzyklus ist meinem freund hans hölzel
falco gewidmet, der von dieser gesellschaft bis über
seinem tod hinaus umschlungen war.
falcos lyrik ist eine der besten abrechnungen mit seiner
zeit, so wie einst der herr karl. Sie waren immer um ihn:
"die küsser von wien"
1998 wasserformationen
eis
und schnee, gefrierender regen, ließen die schusswunde
im rücken eines 17 jährigen österreichischen
soldaten frieren. er hatte angst, stellte sich vor dem
feinde tot, seine beine waren gelähmt. die kugel
im rückgrad klemmte den nerv ab.
es war das letzte kriegsjahr in deutschland, bei frankfurt
a.d. oder.
zwei tage zwei nächte robbte er, mit seinen armen,
irr vor angst im schnee herum. Erschöpft, mit gefrorenem
gesicht und händen fand man ihn.
ein geschickter wiener lazarettarzt in bayreuth entfernte
ihm die kugel. sein verzögertes gehen, seine tiefe
narbe erinnerte sein leben lang mit furcht und angst an
den krieg an seine jugend. aus manie wusch er täglich
mehrmals seine hände, um angst abzustreifen.
einmal nahm er mich zum besuch seines alten wiener lazarettarztes
mit. "nicht ich hab dein leben gerettet, sondern
das eis, das den einschuss zufrieren ließ"
waren die worte des arztes, die er an meinen vater richtete.
Es war auch mein leben....wasserformationen.
2000 die weltmeister
der
wahre weltmeister, der erkorene weltmeister.
ranking ist für zeitschriften der beste fang für
leser. journalisten machen sich auf die suche wer der
beste politiker des landes ist. dann findet man den sieger.
da geht es dann ums anziehen, ob das schuhwerk geputzt
sei oder ob er als repräsentant eines landes sich
auch in rotweinen versteht oder ob es da nicht noch schatten
bei beziehungen gab.
der
maler wird am verkauf seiner bilder gemessen, manchmal
aber auch wie oft er in der presse steht. wenn er nackt
dreimal die woche zeitung kaufen geht, dann ist er bestimmt
der beste maler.
der kluge journalist weiß, dass kunst nicht messbar
ist, manche hielten schon affen für genies.
der wahre weltmeister ist der boxer. ob er siegt oder
nicht.
allein im ring stehen, für sich trainieren, kämpfen.
kämpfen bis es aus ist, bis das alter sagt es geht
nicht mehr, gesichtszüge verschwommen sind.
hunderte liter schweiß verloren, bei jeden kampf
cuts genäht, tausende harte schläge, geschädigt
oder nicht, kampf ohne politischer oder religiöser
ideologie. ob weltmeister oder nicht, kampf ohne waffe
- nur mit der faust, für das bezahlen der miete und
des täglichen auskommens, das sind die wahren weltmeister.
1993 toscana
ein
stück erde
1997
halebopp
ein
komet,
der alle 2380 jahre wiederkommt -
5,8 milliarden menschen konnten ihn 1997 am himmel entdecken.
wie viele menschen werden ihn im jahr 4377 wieder sehen
dürfen?
Kontakt
Rudi Holdhaus:
Mail: rudi@holdhaus.at
Kontakt Galerie:
Galerie Fichtegasse 1
Frau Sabine Schulenburg
Fichtegasse 1
1010 Wien
Tel. & Fax:+43 (0)1 512 66 16
Mail: sabine.schulenburg@nextra.at
www.galeriefichtegasse1.com
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